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Sonntag, 8. November 2009

Clockenflap - last night a dj saved my life

Meine Mission – in Hong Kong einen Rock Schuppen zu finden – habe ich schon fast an den Nagel gehängt. Aber heute habe ich das Gefühl, dem Ganzen etwas näher gekommen zu sein. Denn die Musik die einen hier so umgibt ist entweder Kantonpop im Karaokeladen oder R'n'B/Black Musik in den Clubs von Lan Kwai Fong.
Vor zwei Wochen hat Mo mich dann zu Clockenflap eingeladen; als ich dann die Worte »Indie and Electronic music ... « zuhören bekam stieg meine Hoffnung ins unermessliche. Und obwohl wir gestern erst die Tickets gekauft haben, ich heute völlig verkatert über eine Stunde auf Mo warten musste, um dann festzustellen dass der Bus gar nicht fährt und wir erst um 14.30 Uhr angekommen sind, wurde ich nicht enttäuscht.

Bei Festival denkt man warscheinlich an Rock am Ring, Dreck, Abriss und Regen. Aber bei 28°C hatte das Ganze eher etwas von einem lustigen Familienfest im Park, umzingelt von Bürogebäuden. Die ersten Acts haben ihren Teil zu der Atmosphäre beigetragen. Das war aber ok, denn so konnten wir uns in aller Ruhe sonnen und das restliche Angebot ausnutzen. Spätestens ab Einbruch der Dunkelheit war das Picknick dann vorbei: Chochukmo, Alexis Taylor, Pet Conspiracy, Los Campesinos ... herrlich.
Es gab Kunst
und viel zu knipsen
und viel zu malen
und zu gucken!
der coolste typ auf dem gesamten festival
my beard is better than yours

die haben unser Eis aufgegessen

alle warten auf ...
Pet Conspiracy
Hong Konger Festival Style
Mo – mein heissssses date
Los Campesinos

Dienstag, 3. November 2009

Karaoke - ich hab's getan

Die wenigstens Hong Konger gehen gerne feiern, aber sie singen für ihr Leben gerne Karaoke. Es gibt auch an jeder Straßenecke die Möglichkeit dieser Leidenschft nachzukommen, denn es gibt Karoakebars so wie wir das kennen und richtige Karaokepaläste. Hier meldest man sich an der Rezeption an und bekommt dann einen privaten Raum zugewiesen. Die meisten Ketten bieten irgendwelche Specials an, sodass man ganz praktisch beim singen auch das Mittag- oder Abendessen zu sich nehmen kann.

Am Montag war es dann soweit. Es war Timos letzter Abend in Hong Kong und der konnta ja nicht am Seven11 enden. Also haben Timo, Cecilia und ich am Montag abend fast nüchtern einen Neway Karaokepalast betreten. Angemeldet, beim Buffet bedient und los ging's. Zunächst ganz vorsischtig mit kantonesischen und chineschen Lovesongs by Cecilia und Timo. An dieser Stelle sei gesagt, dass Timo ein Jahr in Shanghai verbracht hat und wirklich genug Zeit hatte zu üben. Dann war ich an der Reihe.
Glücklicherweise gab es auch eine relativ große Auswahl an englischen und mir bekannten Liedern und so kam es dann dass ich »Faith« von George Michael zum besten gab. Nach und nach lief es immer besser, was aber auch daran gelegen haben kann, dass wir eine beachtliche Anzahl von Tsintao Dosen mit reingeschmuggelt hatten. Nachdem die alle geleert waren, das Buffet geplündert war und wir zum Grand Finale zu »All the Small Things« unseren Raum ordentlich vandaliert haben, wurde dann die Location gewechselt.

Cecilias Freundinnen warteten nämlich schon – warscheinlich voller Erwartun auf den Deutschen der mandarin singen kann – in einer Karaokebar ein paar Straßen weiter. Zum Glück gab es dort Whiskey-Soda und Litschischnaps mit Sprite, denn das englische Angebot beschränkte sich hier auf Britney, die Backstreetboys UND Ppppppokerface. Letzteres sollte dann von mir gesungen werden. Leider muss ich zugeben dass es – trotz meiner Lesekreis-Erfahrung– einfach miserabel war. Cecilia fand das glaube ich auch, denn sie hat sich dann erbarmt das Stück zu Ende zu trällern.
Daraufhin habe ich mich entschieden mich der zweitliebsten Partyersatz-Beschäftigung der Hong Konger zuzuwenden: Würfel-Spiele. Mäxchen ist nix dagegen ...